Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang rund um den Tegernsee

Sonnenaufgang. Im Winter. Rundum glitzernder Schnee.

Hört sich verlockend an, dachte ich mir – und so habe ich mir einen mittelschweren Berg ausgesucht,  auf dem ich morgens um kurz vor 8 Uhr die Sonne begrüße.

Einzige Vorgaben:

  1. der Aufstieg sollte nicht zuuuu lange dauern (denn jede Minute länger beim  Aufstieg heißt eine Minute weniger Schlaf am  Morgen) und
  2. der Berg sollte in der Nähe des Tegernsee liegen, da ich um 10 Uhr ins Monte Mare gehen will

Nach einiger Suche bin ich wieder über den Wallberg „gestolpert“ – Gipfeltraumtour… Kenne ich noch vom Frühjahr und hat mir da schon gefallen. Und durch die Panoramastraße bis zur Wallbergmoosalm kann ich sogar mit nur 600 Höhenmetern auf den Berg.

Sicherheitshalber prüfe ich nochmal, ob denn die Mautstraße rund um die Uhr geöffnet ist. Denn Freunde standen vor einer Woche vor einer geschlossenen Schranke und hatten dann mal eben eine Stunde mehr zu wandern. Das soll mir beim Sonnenaufgang natürlich  nicht passieren…

Bei der Wandervorbereitung lese ich auf einmal: „Die Wallberg-Panoramastrasse bleibt bis zum Frühjahr 2017 geschlossen.“ Ja top! Also bleibt es doch bei den etwa 1000 Höhenmetern und einer Stunde weniger Schlaf als gedacht… Gut wenn man das am Vorabend weiß 🙂

Es ist soweit: um 3:30 singt mein Wecker vor sich hin. Noch schnell eine Tasse Kaffee und dann mit etwas Adrenalin und Vorfreude in den Adern ins Auto und ab in die Berge.

Um etwa 5:15 komme ich beim Parkplatz in Rottach-Egern an – und mache mich auf die Suche nach dem Weg. Denn das ist eine große Herausforderung, auch wenn man sich das tagsüber gar nicht vorstellen kann. Ich folge dem gekiesten Winterweg zur Wallbergmoosalm. Der Untergrund des Weges ändert sich und lange, gefrorene Grashalme funkeln im Licht der Stirnlampe. Wenn jetzt noch Schnee fallen würde, würde ich eine Wette abschließen, dass ich in einer Schneekugel sitze…

Als der Weg immer steiler wird, werfe ich doch einmal einen Blick auf das GPS, denn ein Winterwanderweg ist ja – zumindest am Anfang – eher mäßig ansteigend. Und die Karte gibt meinem Bauchgefühl recht: Ich habe mich komplett verfranst, denn ich bin auf der (schneelosen) Skipiste unterwegs… Bleibt also nur noch die Frage, ob ich quer durch den Weg Richtung Steig gehen will oder den Berg nochmal hinunter bis zur Kreuzung gehe, als ich die falsche Abzweigung gewählt habe. Ich entscheide mich für zweiteres, denn im Dunkeln kann man leicht am Weg vorbeilaufen… 🙂

Mit der Zeit weicht die Dunkelheit der Dämmerung und ich komme genau rechtzeitig aus dem Wald heraus, um immer mehr die Berge ringsum beim Erwachen des Tages zu sehen.

Für den Sonnenaufgang am Wallberg ist es bereits zu spät. Denn es sollen noch 45 Minuten bis dorthin sein, doch die Sonne soll schon in 30 Minuten aufgehen. Und so suche ich mir eine schöne, windstille Stelle, auf der ich das Spektakel genießen kann: auf der Ostseite der Kapelle.

Als Frühstück gibt es Tee aus der Thermoskanne und eine Semmel. So kann der Morgen beginnen 🙂

Sobald die Sonne komplett über den Horizont geklettert ist, starte ich langsam Richtung Gipfel. Denn so kurz davor kann ich mir das ja nicht entgehen lassen.

Zum Glück habe ich die letzte Stunde im Windschatten verbracht, denn hier oben pfeift der Wind ganz schön…

Ich genieße den traumhaften Ausblick, bevor ich mich nach 9 Uhr wieder auf den Weg zurück mache. Und bei einigen Kletterstellen brauche ich gefühlt mehrere Stunden, bis ich endlich hinunter komme… Wahrscheinlich alles andere als schwierig – doch wenn der Kopf sagt, dass es wahnsinnig kompliziert ist, dann ist Überzeugungsarbeit angesagt 😀

Bei der Seilbahn gönne ich mir erst noch einen Cappuccino im Restaurant, bevor ich ein Ticket löse und langsam mit der Seilbahn hinunter ins Tal schwebe.

Unten angekommen schmunzel ich, wie einfach doch tagsüber der Weg zu finden ist…

Ich wechsle noch meine Kleidung und tausche die dicke Winter-Wanderhose gegen eine Jeans und auch die Wanderschuhe gegen Sneakers.

Denn nun steht Entspannung an: in Tegernsee wartet der gleichnamige See mit „gschmeidign 4 Grad“ auf mich. Damit das auch funktioniert, wärme ich mich sicherheitshalber vorher gut auf. Einmal sogar so sehr, dass ich mir freiwillig einen Schattenplatz im Saunaschiff des Monte Mare suche…

20161217-1615-_tegernsee_sonnenuntergangAls ich um etwa 16 Uhr tiefenentspannt und mit einem Lächeln auf den Lippen wieder Richtung Auto gehe, schickt mir die Natur einen letzten Gruß. Und auf dem Heimweg habe ich nochmals Glück: weit und breit kein Stau, obwohl im Münchner Umland die Hochnebelsuppe wabert und deshalb die Alpen ein optimaler Ort für einen Tagesausflug war…

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