Kathmandu: Pashupatinath und Boudnath

Wie viele Leute passen in ein Taxi? Und wenn das Taxi ein Hyundai i10 ist? Genau! 5 Leute plus der Fahrer! Zumindest in Nepal. Und so starten wir zu fünft zuerst nach Pashupatinath. Unterwegs stellen wir fest, dass unser bereits etwas älterer Fahrer wirklich auf sein Auto und auf unsere Knochen achtet. Denn er fährt sehr gesittet, so dass die vier Leute auf der Rücksitzbank nicht zu sehr durchgeschüttelt werden (ich habe freundlicherweise den Luxusplatz neben dem Fahrer bekommen 🙂 ).

In Pashupatinath durchqueren wir zunächst den Markt für die hiesige Bevölkerung und weitere Gläubige, auf dem Blumen, Schalen und dergleichen angeboten werden. Pashupatinath ist einer der wichtigsten Tempelbereiche für Hindus in Nepal und gehört zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten im Kathmandu-Tal. Überall wuseln Menschen um uns herum, ein Bulle wird von den Gläubigen gestreichelt und wir fühlen uns etwas verloren. Doch dann fragt uns jemand, der recht offiziell aussieht, ob wir bereits Eintritt gezahlt haben. Nein… wo denn auch!? Und dann bekommen wir wenigstens die von uns erhofften Informationen: wo können wir entlang gehen, wo nicht (denn in den Tempel dürfen nur Hindus)…

Wir kommen an einem Platz vorbei, an dem ein Baum tief wurzelt. Und sehen, dass dort Gläubige Opfergaben darbringen. Von dort gehen wir auf die andere Flusseite, wo wir einen besseren Blick auf den Tempel haben.

Wir lassen uns Zeit. Unsere Blicke schweifen über die vielen Leute und bleiben natürlich bei den Ghats hängen, bei denen die Hindus ihre Toten verbrennen. Die Asche wird danach in den Fluss Bagmati gegeben – wo die Gläubigen auch mit den Händen Wasser schöpfen. Für uns schwierig zu verstehen, doch auch irgendwie faszinierend.

Nach etwa zwei Stunden in Pashupatinath gehen wir zum Taxi zurück. Und kommen hautnah an einem Ambulanzwagen vorbei, der allerdings keine lebenden Patienten mehr transportiert, sondern weitere Toten zur Verbrennung anliefert. Wir gehen aus dem Weg und tauschen untereinander überraschte Blicke aus.

Der Taxifahrer bringt uns anschließend zur großen Stupa von Boudnath. Dort findet an diesem Tag die „Purification Ceremony“ statt. Denn die Stupa wurde nach dem Erdbeben neu aufgebaut und soll am nächsten Tag offiziell eingeweiht werden. Heute sind wohl über 600 Mönche da, die vor sich hin chanten. Wie anders Buddhisten die Welt sehen, lässt sich an einem Banner ablesen: die Schäden der Stupa beziehungsweise das Erdbeben selbst wurde durch das Ungleichgewicht der Elemente hervorgerufen (nein, ich habe nichts geraucht oder genommen… das stand da wirklich… auch wenn ich die Einzige aus unserer Gruppe war, die das Banner gelesen hat…)

Die Stupa umrunden wir gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen und Touristen im Uhrzeigersinn, bevor wir einen Tee in einem der Lokale mit Dachterrasse bestellen und den Besucherstrom auf uns wirken lassen.

Die Zeit zum Aufbruch rückt näher, denn meine spanischen Mitstreiter werden um 13 Uhr beim Hotel abgeholt, damit sie rechtzeitig beim Flughafen sind. Doch zuvor gehen wir alle gemeinsam zum Mittagessen und gönnen uns ein letztes Mal ein Gorkha-Bier.

Dann ist es Zeit, dass ich von meinen acht neuen „Heroes of the Mountains“ Abschied nehme. Und wir nehmen uns fest vor, entweder in Pamplona oder in München ein Wiedersehen zu feiern…

Die drei Stunden bis zu meiner Abfahrt verbringe ich mit einer Hot-Stone-Massage (Hilfe! Nie wieder! Langweilig und auch noch schmerzhaft!), einem leckeren Stück Mocca Cake und ein paar Einkäufen. So habe ich nun eine handgefertigte Klangschale 🙂

Immerhin erlebe ich beim Heimflug noch eine Überraschung: beim Umstieg in Dubai piept beim Boarding das Kontrollgerät. Owei… „Customer not boarded“. Das hört sich nicht gut an… Zum Glück bekomme ich einfach eine neue Bordkarte. Und als die Durchsage kommt, dass man doch bitte prüfen soll, in welcher Zone man sitzt, damit das Boarding schneller geht, werde ich auf meiner Bordkarte nicht fündig. Lediglich „Business“ steht dort gedruckt. Und so darf ich sechs Stunden Business Class fliegen. Natürlich mit einem angenehm bequemen Bett, bei dem ich wirklich zwei Stunden durchschlafen kann, und einem „Full Breakfast“: Ricotta-Spinat-Omelett an Mashed Potato und dazu ein leckeres Croissant. Flugzeugessen muss also nicht immer nach Pappkarton schmecken 😉

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