Spanischunterricht in den Bergen – Hochalplkopf und Rohnberg

Wer meint, dass das Lernen von anderen Sprachen langweilig ist, dem sei gesagt: du irrst! 🙂 Bei mir sieht aktuell das Spanisch-Lernen so aus: ein paar Vokabeln mit einer Sprach-Lern-App und ein paar ausgefallenere Vokabeln „live“ von Spaniern – und zwar mitten in den schönen Alpen.

1. Teil: Wortschatz wiederholen

Doch zurück zum Anfang des heutigen Ausflugs, der uns nach Hinterriss und von dort auf den Hochalplkopf und den Rohnberg führen soll.

Mein privater „Spanisch-Lehrer“ fragt mich also bei der Hinfahrt, welche Vokabeln ich schon gelernt habe. Und ich fange an, aufzuzählen:

Hola, que tal, mucho gusto, encantada, me llamo Heike, como te llamas, pimiento…

Pimiento!? Wie? Das bei diesem Wortschatz? Wie passt das rein? Na, indem ich einfach mal querfeldein ein paar Lektionen gemacht habe 🙂

2. Teil: Wandern

Nach etwa zwei Stunden Fahrt kommen wir endlich in Hinterriss an. Die Autobahn A8 war wie häufig am Samstagmorgen absolut zugestaut, da ja alle gleichzeitig in die Alpen und nach Italien und Kroatien fahren wollen…

Von dort führt uns ein breiter Forstweg den Berg hinauf. Bei einer Kreuzug entscheiden wir uns, nach rechts zu gehen – und damit genau entgegengesetzt zur vorgeschlagenen Route. Unterwegs begegnen uns ein paar Nacktschnecken (babosa – wahnsinnig wichtiges Wort), über die wir schön drüber steigen. Als uns der Weg langsam aber sicher zu langweilen beginnt, kommt der interessante Teil unserer Tour – oder wie es in der Wegbeschreibung heißt: lange Strecken durch unmarkiertes und unerschlossenes Almgelände.

Die Kühe wissen scheinbar um ihre Aufgabe, ihre Alm zu verteidigen. Denn jedes Mal kommen sie ganz aufgeregt zu uns gerannt, sobald wir uns ihnen auch nur ansatzweise nähern.

Irgendwann kann auch von einem Weg nicht mehr die Rede sein und wir zwängen uns quer durch kleine Latschenwäldchen (ich persönlich bin ja immer noch nicht überzeugt, dass wir da wirklich durch mussten).

Für diese Mühen (und die Kälte, die wir besonders vormittags ausgehalten haben) werden wir mit einem herrlichen Ausblick auf den Karwendel belohnt, der sich mal düster und geheimnisvoll und dann wieder einfach nur imposant präsentiert:

Beim Abstieg säumen nochmals Kühe unseren Weg. Und statt einfach nur Spalier zu stehen, beschließen sie, in die Offensive zu gehen. Nach und nach kommt die Herde auf uns zu. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Denn gewichtsmäßig bin ich da klar im Nachteil 🙂 Glücklicherweise sind die Kühe eher neugierig als aggressiv, so dass wir auch die letzte Weide halbwegs ruhig queren können, bevor uns der Forstweg zurück zum Auto bringt.

3. Teil: Neue Wörter

Unterwegs bekomme ich noch weitere wertvolle Wörter beigebracht:

Renacuajo – die Kaulquappe. Sagt man in Spanien angeblich zu Kindern – vergleichbar mit dem deutschen Spatz oder Zwerg. Ob ich mich an den Tipp halten soll, alle Spanier mit „Hola renacuajo!“ zu begrüßen oder mich als „Soy renacuajo“ vorzustellen, bezweifel ich aktuell noch… Wobei das sicherlich für Gelächter und somit für gute Stimmung sorgen wird 🙂

Weit wichtigere Sätze wie „Ist es noch weit?“ bzw. „Sind wir schon da?“ sind mir logischerweise nicht in Erinnerung geblieben. Ich weiß nur noch, dass sie mit „Emos … ya“ angefangen bzw. geendet haben… Nur: wer braucht schon solche Sätze, wenn man mit so praktischen Begriffen wie Kaulquappe (renacuajo) und Nacktschnecke (babosa) um sich werfen kann 😉

4. Teil: Völkerverständigung beim Essen

Und da man nach einem Wandertag immer hungrig ist und das gesellige Beisammensein gar nicht überschätzt werden kann, machen wir auf dem Heimweg noch einen Zwischenstopp in der Kaiserhütte bei Hinterriss. Beim Lesen der Speisekarte läuft mir das Wasser im Mund zusammen:

Speckknödelsuppe, Kaspressknödelsuppe, Kaiserschmarrn, Schlutzkrapfen und und und…

Ich entscheide mich für eine Kaspressknödelsuppe und einen halben Kaiserschmarrn. Und als der Wirt kommt, um unsere Bestellung aufzunehmen, fragen einige Spanier nach, was denn im Kaiserschmarrn drin ist. Und der Wirt ist wirklich so nett und erklärt, dass da Eier, Mehl und und und reinkommt. Ich glaube ja, sie wollten einfach nur wissen, ob da Rosinen drin sind 🙂

Am Ende hat es allen lecker geschmeckt und wir fahren am Sylvensteinstausee zurück nach Hause.

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