Tag der Tiere – Kaisertour Tag 1

Laut der Etappenbeschreibung des DAV liegen knapp 1000 Höhenmeter zwischen unserem Ausgangspunkt und unserer ersten Hüttenübernachtung auf der Vorderkaiserfeldenhütte.

Wie alles anfängt

Wie beginnt man am besten eine mehrtägige Wanderung? Genau – gut gestärkt!

Deshalb haben wir uns auch um 07:30 bei einem nahegelegenen Bäcker für’s Frühstück verabredet.

Luxuriöserweise werde ich direkt an der Haustüre abgeholt. Bei der Fahrt zum Bäcker im Nachbarort quatschen wir über Gott, die Welt und was wir eingepackt haben.

… Regenjacke …

Regenjacke!?

Hilfe! Die hängt ja immer noch daheim an der Garderobe!

Also schnell rumgedreht und die 3 km zurück gefahren, um meine Regenjacke noch einzupacken.

Mit etwas Verspätung (und natürlich einen guten Begründung) kommen wir beim Bäcker an, wo wir zu dritt lecker frühstücken. Und sinnieren darüber, ob man ein Weichei ist, wenn man wegen ein bisschen Regen die Hüttentour absagt. Das haben nämlich Nummer 4+5 leider gemacht. Ja, ein bisschen wohl schon. Denn wir fahren ja schließlich schon. Wir sind ja nicht aus Zucker 😉

Es geht los

Über die A8 und A93 geht es nach Kiefersfelden. Warum Kiefersfelden, wo doch der Startpunkt unserer Wanderung in Ebbs liegt? Na, ganz einfach: als Navi haben wir ein GPS-Gerät genommen, das noch im Fußgängermodus lief. Mit so viel Lachern kann ja praktisch nichts mehr schief laufen.

Ebbs (475 m)

Jetzt brauchen wir nur noch einen Parkplatz in Ebbs, den wir auch in der Dorfmitte finden. Nirgends gibt’s einen Hinweis darauf, dass man ein Ticket ziehen muss oder es sich um einen Privatparkplatz handelt. Also hoffen wir einfach mal darauf, dass das Auto in 2 Tagen immer noch an Ort und Stelle steht.

Bevor wir die knapp 1000 (in Worten: TAUSEND!) Höhenmeter in Angriff nehmen, halten wir es mit der Aussage von Schuh des Manitu „Jetzt geht jeder noch mal aufs Klo und dann reiten wir los.“ (wobei die Toilette am Dorfplatz wirklich angenehm ist. Danke, Ebbs!)

Bei leichtem Regen starten wir gegen 11 Uhr mit jeder Menge guter Laune und Energie. Die ersten Meter auf der Teerstraße sind zwar etwas langweilig, doch schon bald sehen wir die ersten Tiere unseres heutigen Tages: freilaufende Kühe auf den Almwiesen. Immer wieder ein Anblick, bei dem man sich diese Haltung auch für die Kühe wünscht, deren Milch man bei sich zu Hause im Kühlschrank stehen hat.

Endlich zweigt der Weg zum Ebbser Steig ab, so dass wir nun Steine und Waldboden statt Asphalt unter den Sohlen haben. Mittlerweile hat der Regen zugenommen, so dass wir unsere Ausrüstung auf Wasserdichtheit prüfen können. Und ich stelle fest: eine wasserdichte (oder zumindest wasserabweisende) Wanderhose sollte ich mir noch zulegen.

Mitten zwischen den Blättern und von unserem persönlichen Guide übersehen sitzt er da: ein Feuersalamander!

Feuersalamander
Feuersalamander

Seelenruhig bleibt er sitzen und scheint sich auch durch unsere Trittgeräusche aus der Ruhe bringen zu lassen.

Immer höher geht es hinauf, stellenweise auch richtig steil. Glücklicherweise wird der Regen weniger und hört irgendwann ganz auf, so dass meine Hose trotz der recht frischen Temperaturen von etwa 15 Grad bereits trocken ist, als wir nach etwa 3 Stunden bei der Vorderkaiserfeldenhütte ankommen.

Vorderkaiserfeldenhütte (1388 m)

Jetzt ist erstmal Brotzeit angesagt: für mich gibt’s Holler gespritzt und eine Kaspressknödelsuppe. Interessanterweise mit Salat. Die Portion ist so groß, dass ich einen Knödel und den Salat teile. Bemerkenswert ist, dass die weibliche Bedienung einen leichten, nicht-österreichischen Akzent hat. Und woher kommt wird sie wohl kommen? Genau! Espana. Quasi als Fortsetzung zu Ich verstehe nur spanisch – oder: Está en arábigo 🙂

Immerhin bekommen wir so gleich noch ein paar Tipps, was wir mit dem angefangenen Nachmittag machen können. Doch zuerst wollen wir noch einchecken. Mit etwas Glück (und dank des durchwachsenen Wetters) konnten wir unseren Schlafplatz vom Lager in ein Fünf-Bett-Zimmer verlegen. Es könnte zwar sein, dass die zwei übrigen Betten noch an andere vergeben werden. Doch dem war nicht so.

Naunspitze (1633 m)

Nach dem Auspacken des Rucksacks machen wir uns gestärkt auf zur Naunspitze. Genau zur richtigen Zeit bricht die Sonne durch die Wolken und entschädigt uns für die bisherigen Anstrengungen.

Der Blick über das Inntal und hinüber zum leider immer noch wolkenverhangenen Wilden Kaiser ist atemberaubend. Die schroffen Felswände bringen die einen zum Träumen hinsichtlich Paragliding, während andere (ich 🙂 ) lieber einen großen Schritt Abstand zum Abgrund haben.

Und endlich verstehe auch ich: die Kaisertour wurde nicht vom Kaiser unternommen, sondern ist im Kaisergebirge. Quasi hautnah zum Zahmen und zum Wilden Kaiser. 🙂

Petersköpfl (1745 m)

Von der Naunspitze führt unser Weg weiter zum Petersköpfl. Die Ausblicke (auch zurück zur Naunspitze) quittieren wir mit zahllosen Ah’s und Oh’s und freuen uns, dass wir die Tour trotz der regenbedingten Widrigkeiten unternommen haben.

Hinterkaiserfeldenalm (1480 m)

Auf dem Rückweg zur Vorderkaiserfeldenhütte warten noch ein paar Gämsen auf uns.

Wir halten inne und schauen den Gämsen zu, wie sie sich in zwei verschiedene Richtungen verstreuen, bevor wir weiter unseren Weg über die Hinterkaiserfeldenalm zur Vorderkaiserfeldenhütte fortsetzen.

Und am Abend?

Rechtzeitig kommen wir um 19 Uhr mit jeder Menge Tiersichtungen (Kühe, Feuersalamander, Gämsen und natürlich Vögel, Spinnen etc.) zurück zur Hütte. Abendessen hatten wir auf ca. 19:30 bestellt, so dass wir noch ausreichend Zeit haben, um uns frisch zu machen und umzuziehen und die Uno-Karten mit in die Gaststube zu nehmen.

Ich entscheide mich für ein A-la-Carte-Gericht, das ich wegen mittelmäßigen Hungers und großen Portionen teile: zwei faustgroße Spinatknödel in Butter (also ein Knödel pro Nase) mit einer großen Schale Salat. Von meinem Tischnachbarn probiere ich noch die Kasnudeln und muss feststellen: die sind sogar noch besser! Vorausgesetzt, man mag Minze. Und ja, da bin ich schnell dafür zu haben 🙂

Nach ein paar Runden Uno fallen wir gegen 22 Uhr müde in unsere Betten. Da die Hütte relativ hellhörig ist, die alten Holzdiehlen bei den Schritten knarzen und unsere Zimmertür ab und an von alleine aufgeht, wachen wir zwar hin und wieder auf. Alles in allem können wir aber sehr gut schlafen, bevor wir am nächsten Morgen um 7 Uhr zur nächsten Etappe starten.

Höhenmeter, Kilometer, Wanderzeit?

Genau kann ich es auch nicht sagen, wie weit uns unsere Füße heute getragen haben.

Unser Startpunkt in Ebbs liegt bei etwa 475 m, der höchste Punkt – das Petersköpfl – bei 1745 m. Macht etwas mehr als 1300 Höhenmeter, die wir innerhalb von etwa 6 Stunden bewältigt haben. Insgesamt waren es wohl mehr als 10 Kilometer. So genau kann ich das allerdings nicht sagen, da ich die Tour nicht mittels GPS aufgezeichnet habe.

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